Was macht ein E-Book-Verleger so den ganzen Tag? E-Books!

Was macht ein E-Book-Verleger so den ganzen Tag? E-Books!

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E-Books machen? Ist das so schwer?

Fragen von Lesern haben mir gezeigt, dass sie immer noch nicht genau wissen, was ich so den ganzen Tag über treibe. Der eine oder andere denkt auch: »Wieso arbeiten, der veröffentlicht doch nur Bücher von toten Autoren?!«

Das soll Arbeit sein?

Dem ist nicht so. Ich arbeite ungefähr 60-80 Stunden die Woche; nur gut, dass ich meinen Job so liebe. Aber da ich (fast) alles allein mache, läppert sich das zusammen. Ich versuche exemplarisch aufzulisten, was bis zur Veröffentlichung eines E-Books an Tätigkeiten anfällt.

  1. Markt-Analyse:
    Was für ein Buch soll es sein? Welche Wünsche haben Leser bisher geäußert? Was hat die Konkurrenz noch nicht (so) im Angebot? Welche literarischen Schätze aus alter Zeit verdienen es, neu entdeckt zu werden? Ist das Werk auch wirklich gemeinfrei, sind der Autor bzw. sein Übersetzer schon mindestens 70 Jahre tot? Bei Übersetzern, die in Wikipedia noch unbekannt sind, kann das schwer zu ermitteln sein; aber ich habe meine Quellen. Und wenn der Tod noch nicht allzu lange zurückliegt, lohnt es sich, Erben ausfindig zu machen?
  2. Quellmaterial:
    Woher bekommt man das Quellmaterial? Ist es noch als Papierbuch erhältlich, was eher selten der Fall ist, oder muss man ein Antiquariat aufsuchen? Oder – was auch schon passiert ist – habe ich das Buch bereits im Besitz? Leider hatten viele Verleger Ende des 19. Jahrhunderts die Angewohnheit, Übersetzungen zu kürzen oder gleich komplette Kapitel wegzulassen. Also vergleiche ich mit den Originalen: Stimmen Kapitel- und Wortumfang überein? Es gibt Quellen, die habe ich in mehreren Varianten: als uralte Heftsammlung, als zerfleddertes Buch in Frakturdruck, als Sammelbänder. Dann muss ich verschiedene Exemplare kaufen, nur um zu merken, dass ein Kapitel bisher niemals ins Deutsche übersetzt worden ist. Würde es sich lohnen, fehlende Teile selbst zu übersetzen? Auch das durfte ich schon.
  3. Scannen:
    Natürlich tippe ich die Texte nicht von Hand ab. Ich habe einen speziellen Scanner, der mir dabei hilft und eine ausgereifte Software. Aber abhängig vom Quellmaterial gibt es immer noch eine Fehlerrate von 2% bis 20%. Also ist eine nachträgliche, menschliche Kontrolle unumgänglich.
  4. Sprachauffrischung:
    Ich denke, meinen Lesern geht es ähnlich wie mir: Ich mag das geschriebene Deutsch der Jahrhundertwende 19./20. überhaupt nicht. An Wörtern wie: »That«, »Thun«, »Thal«, »Thränen«, »Thier«, »Thurm«, »Vertheidigung«, »Giebt«, »Wirth« bleibt mein Leseauge hängen, weshalb ich immer versuche, das Deutsch auf ein Schriftdeutsch zu hieven, wie ich (Jahrgang 1971) es aus der Schule kenne. Mit einem simplen »Suchen und Ersetzen« ist es leider nicht getan, denn so würde aus einem »Thunfisch« schnell ein »Tunfisch« oder der Donnergott »Thor« zum »Tor«, der er doch wahrlich nicht ist. Allein für den »Kurier des Zaren« (Original: »Der Courier des Czar«) musste ich über 3000 Stellen korrigieren.
  5. Neue Deutsche Rechtschreibung von 1996:
    Ich weiß, dass viele sie hassen. Dennoch muss ich auch an die Zukunft denken. Schon in wenigen Jahren werden sich Leser über die »alte« Rechtschreibung mokieren. Daher versuche ich nach Möglichkeit (wie bei den Jules-Verne-Veröffentlichungen) den Text in die Neue Deutsche Rechtschreibung von 1996 zu übertragen.
  6. Fußnoten, Aufsätze & Recherche:
    Wer sich mit den geographischen Details von »Reise um die Erde in 80 Tagen« beschäftigt, wird irgendwann neugierig, ob die Orte, die Verne erwähnte, überhaupt existiert haben und wenn ja, wo, oder wie sie wohl heute heißen. Und schon befindet man sich auf einer Wikipedia-Odyssee über indische Herrschaftsdynastien, chinesische Geographie oder den amerikanischen Bürgerkrieg. Besonders gefällt es mir, Fußnoten zu bekannten Persönlichkeiten der damaligen Zeit zu setzen, weil ebenjene Personen heute vielfach unbekannt sind. So muss man selbstverständlich über die realen britischen Premierminister zu Zeiten des fiktiven Sherlock Holmes Bescheid wissen. Manchmal korrigiere ich auch verhunzte 100 Jahre alte Übersetzungen. Einmal musste ich bei Sherlock Holmes aus dem unglücklich übersetzen Butterbrot wieder das originale Sandwich machen, und aus der Bakerstraße wieder die Baker Street. Bei Autoren, die aller Voraussicht nach mit mehreren Veröffentlichungen in meinem Verlag vertreten sein werden, lasse ich es mir auch nicht nehmen, Aufsätze zu deren Leben und Werk voranzustellen.
  7. Bildbearbeitung:
    Was ich an Büchern der heutigen Zeit vermisse, sind die Zeichnungen, die man in den Veröffentlichungen vor den Weltkriegen in sehr vielen Bestsellern finden konnte. Diese Bilder scanne ich natürlich auch ein. Aber da die Blätter meist sehr viel Gilb und Flecken aufweisen, muss man behutsam mit Graphikprogrammen zuarbeiten. Bei Verne-Romanen, die zig Bildern beinhalten, kann allein diese Arbeit mehrere Tage in Anspruch nehmen – noch dazu, wo ich Bilder auch mit Untertiteln versehe.
  8. Endkorrektorat:
    Nun erfolgt ein letztes Korrektorat. Stimmt der Text? Ist alles vorhanden? Stimmen die Überschriften? Sind Kommentare richtig eingefügt? Haben alle Bilder Untertitel?
  9. Covergestaltung:
    Mit Ausnahme der Fantasy-E-Books meines Verlags gestalte ich alle Cover selbst. Auch das braucht seine Zeit. Man muss sich inspirieren lassen, sucht nach passenden Bildmotiven und atmosphärischen Schriften.
  10. E-Book-Generierung:
    Erst jetzt geht es ans Endprodukt: das fertige E-Book. Ich generiere alle E-Books in drei verschiedenen Formaten, um auch alle Nutzer zufrieden zu stellen: Kindle, Epub und PDF. Das bedeutet dreifache Arbeit und dreifaches Testen, denn nicht alle Lesegeräte zeigen identische Ergebnisse an. Bei manchen dürfen Bilder nicht zu hell sein, sonst kann man auf den Displays nichts erkennen, wieder andere erlauben nur eingeschränkt verlagseigene Schriften, dann wieder müssen die Inhaltsverzeichnisse individuell aufgebaut sein. Um das alles zu testen, verfüge ich über mehr als ein Dutzend Geräte.
  11. Marketing:
    Nun muss ich »nur« noch dafür sorgen, dass man von den Veröffentlichungen auch erfährt. Dazu schreibe ich Pressemeldungen, frische meine Website auf, pflege Beiträge in Facebook und – was am wichtigsten ist – informiere die Abonnenten meines Newsletters.
  12. Neue Auflagen:
    Natürlich kann es immer wieder vorkommen, dass mir ein Fehler im E-Book durchrutscht. Ich bin sehr glücklich, wenn mich Leser darauf hinweisen. Dann muss ich diese Fehler korrigieren und die E-Books neu erzeugen; das nennt man eine neue Auflage. Manchmal finde ich auch Bilder aus mir bis dato unbekannten Veröffentlichungen oder noch fehlende Texte für meine Autoren-Sammlungen. So bringt es mein absoluter Bestseller der Grimschen Märchen mittlerweile auf sieben Auflagen in drei Jahren.
  13. Sonstiges:
    Ja, und dann ist da noch die Arbeit, die Außenstehende erst recht nicht sehen: Ich muss Bücher führen, mit Autoren verhandeln, Verträge aufsetzen, kleine Artikel wie diesen schreiben, Übersetzungen planen und und und.

Und schon ist es wieder Zeit, ins Bett zu gehen.

21 Antworten

  1. Karin Balzer
    | Antworten

    Ich suche ein Buch mit dem Titel „Hackneys Geheimnis“, offenbar auch keine Copyright mehr drauf. Wie würden Sie vorgehen, um es antiquarisch zu finden und dann zu digitalisieren?

    Ich bin übrigens Übersetzerin und habe schon eine Menge Bücher aller Sparten übersetzt (siehe Amazon). Falls ich Ihnen bei Ihrer sehr löblichen Arbeit helfen kann, bin ich gerne dazu bereit. Ich bin in Rente und habe Zeit.

    Grüße
    Karin Balzer

    • Jürgen Schulze
      | Antworten

      Guten Tag, Frau Balzer,
      warum schreiben Sie dem Autor nicht direkt: hackneys-geheimnis.de
      Und da der Autor noch am Leben ist, gehe ich mal davon aus, dass er sehr wohl noch das Urheberrecht an diesem Buch hat.
      Und erwerben kann man es u.a. noch bei abebooks.de
      Gruß
      JS

  2. Hausmann
    | Antworten

    Danke für den wunderbaren Lesegenuß! (Bin lange ans Bett gefesselt.) Ihre Abwendung von der normalen Rechtschreibung – Stand 1990 – ist bedauerlich. Gruß!

  3. Christine Hubka
    | Antworten

    Ich bin durch die wunderbar unterhaltsamen Edgar Wallace auf Ihren Verlag gekommen. Herzlichen Dank für die vielen amüsanten Stunden zu einem leistbaren Preis.
    christine hubka

    • Jürgen Schulze
      | Antworten

      Danke für das Lob.
      Freut mich, wenn Sie sich gut unterhalten fühlen.
      Ihr
      Jürgen Schulze

  4. Andreas Erwig
    | Antworten

    Sehr geehrter Herr Schulze. Ich zolle Ihnen großen Respekt für ihre Arbeit im 1-Mann Verlag und die Sorgfalt die sie bei ihren eBooks pflegen. Machen Sie weiter so!

    Ich bin durch das eBooks „Max & Moritz“ aus dem Google Store auf Ihre Webseite gestoßen.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und hoffe das in baldiger Zukunft ihr Unternehmen wächst und es heißt „wir sind ein 6-Mann Unternehmen“…

    Mit freundlichen Grüßen

    Andreas Erwig

    • Jürgen Schulze
      | Antworten

      Guten Tag, Herr Erwig,
      vielen Dank für die netten Worte.
      Ich werde versuchen, auch weiterhin Qualität und Sorgfalt an erster Stelle zu stellen – auch wenn mir immer mal Fehler „durchrutschen“.
      Gruß
      Jürgen Schulze

  5. Bernd Büttner
    | Antworten

    Werter Herr Schulze,bin heute auf der Suche nach einem neuen Reader (habe zu Zeit einen defekten Tolino) zufällig auf Ihre sehr interessante und informative Seite gestoßen.Den Newsletter werde ich natürlich sehr gerne nutzen.In einem Ihrer Beiträge beleuchten Sie unter anderm den Tolino,mit dem ich nun auch 2 Jahre gekämpft habe.Welchen Reader würden Sie mir unter den von Ihnen erwähnten Aspekten (Unbeweglichkeit bei den eBooks,keine Tasten zum blättern usw ) empfehlen ? Meine Frau besitzt den Sony PRS 2 und ist damit zufrieden,der hat allerdings kein beleuchtetes Display,welches ich persönlich als sehr angenehm finde.Über eine Rückantwort würde ich mich sehr freuen.

    Mit freundlichem Gruß

    Bernd Büttner

    • Jürgen Schulze
      | Antworten

      Hallo, Herr Büttner,
      ja, den Sony PRS2 habe ich auch und benutze ihn immer noch gern.
      Aber mein absoluter Favorit ist weiterhin der 4 Jahre alte Kindle Keyboard, natürlich wegen der großen Blätterntasten.
      Soweit ich den aktuellen Markt überblicke, gibt es nur zwei ernst zunehmende Modelle für ihre Anforderungen: Amazon Kindle Voyage und Tolino Vision 2.
      Gruß
      Jürgen Schulze

  6. Weltbetreuer
    | Antworten

    Hut ab – Oder war’s – Rosa Brille …!?-. Lg. ….

  7. Wolfgang Röhler
    | Antworten

    Guten Tag, Herr Schulze,
    als Empfänger Ihres Newsletters habe ich eben Ihren sehr interessanten Beitrag zur Herstellung eines e-Books gelesen. Mir gefällt besonders die Sorgfalt, mit der Sie arbeiten um ein fehlerfreies Buch in heutiger Schreibweise und dennoch unverfälscht und vor allem auch ungekürzt den Lesern zur Verfügung zu stellen. Ich habe schon viele e-Books unterschiedlicher Herausgeber gelesen und war nicht selten verärgert über unzulässig viele Druckfehler die das Lesevergnügen trübten. Jedes Buch sollte vor der Herausgabe eine Korrekturlesung erfahren und wie bei Ihnen üblich auch geupdatet werden können. Machen Sie weiter so und die Leser werden es Ihnen danken.
    Eine kleine Bitte hätte ich auch. Könnten Sie prüfen, ob es möglich und lohnenswert ist, die Werke des amerikanischen Schriftstellers Zane Grey als e-Book herauszugeben? Es handelt sich um Romane mit Westernthematik, die allerdings nach wie vor stark gesucht werde. In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erschienen diese Romane in Deutschland im Verlag The. Knaur Nachfahre in einheitlicher Coverausführung, jeder Band in anderer Farbe.
    Über eine Nachricht würde ich mich freuen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Röhler

    • Jürgen Schulze
      | Antworten

      Hallo, Herr Röhler,
      danke für die aufmunternden Worte. Es ist immer schön, wenn Mühen anerkannt werden. Auch wenn mir leider immer noch zu viel Fehler unterlaufen.
      ich fürchte, ich muss Sie aber bezüglich Zane Grey enttäuschen. Zwar ist der Autor lange genug tot, um als gemeinfrei zu gelten. Die Übersetzungen ins Deutsche hingegen sind leider nicht gemeinfrei, da die Übersetzer noch nicht lange genug tot sind.
      Gruß
      Jürgen Schulze

  8. w.-m.strobl
    | Antworten

    Salü Herr Schulze;
    Ja, nun haben Sie auch meine Neugierde befriedigt,-schmunzel.
    Schön, dass ich nicht die einzige bin die sich gefragt hat.
    Wie einfach und oft gedankenlos lädt man ein E-book runter, und meckert nur wenn es nicht gut funktioniert oder der Kopierschutz zum Plagegeist wird.
    Ich von der älteren Generation habe oft Mühe mit den Formaten, bzw. ist es oft nicht „Deppensicher“ angeführt, so ist es mir bei Thalia.de passiert und dies zu reklamieren ist mühsam.
    Hatte am Anfang auch bei Ihnen Mühe mit einem Holmes, aber den konnte ich ein 2.Mal runterladen und dann klappte es.
    Es ist schön, dass man als E-book-Konsument nicht mehr der Preisdiktatur in einen Land ausgeliefert ist und das gleiche Buch im „Nachbarland“ günstiger erhält.
    Da ich gerne Krimi lese, hätte ich einen Vorschlag: Gesamtausgabe Agatha Christie.
    Ich freue mich über weitere Newsletter und verbleibe mit einem freundlichen Salü
    Waltraud-Michaele Strobl

    • Jürgen Schulze
      | Antworten

      Liebe Frau Strobl,
      ich freue mich, dass ich mit meinem Angebot bei ihnen auf ein solch positives Echo stoße.
      Aber wenn ich mir die Veröffentlichungsrechte von Fr. Christie – die ich übrigens über alles liebe – leisten könnte, wäre ich bereits ein gemachter Mann.
      Ich bleibe am Ball 🙂
      Ihr
      Jürgen Schulze

  9. Jules Hunsperger
    | Antworten

    Guten Tag,
    Die Rechte für B. Traven liegen bei Rosa Elena Lujan Traven, der Witwe von B.Traven in Mexiko. Die Rechte für den deutschsprachigen Raum sind so viel ich weiss irgendwo in der Schweiz.
    Ich bin daran, die sechs Bände der Caoba Serie einzuscannen und zu digitalisieren und zu Ebooks zu verarbeiten, nur so als Hobby und für den Hausgebrauch! Wenn Sie, Herr Schulze, die Rechte abklären und die Publikationserlaubnis erhalten, würde ich die gescannten Texte zur Verfügung stellen.
    Beste Grüsse, Jules Hunsperger

    • Jürgen Schulze
      | Antworten

      Ok.

  10. Helga Braun
    | Antworten

    Guten Tag Herr Schulze, bin tatsächlich ein bißchen beruhigt, daß nicht nur ich mir Gedanken über die Verfahrensweise bei der Erstellung eines e-books gemacht habe (Neugierde soll ja kein erstrebenswertes
    Persönlichkeitsmerkmal sein!?). Insbesondere beim Erkunden des Gesamtwerks Stefan Zweig mit seinen 5.540 e-book-Seiten sind mir diese Fragen öfter durch den Kopf gegangen. Wieviel Platz im Bücherregal mir
    durch diese Ausgabe wohl erspart blieb? So manche Novelle oder Kurzgeschichte wäre mir entgangen. Da Stefan Zweig in der Nachkriegs-Schullektüre gänzlich übergangen wurde, bin ich für dieses Gesamtwerk besonders dankbar, weil es nicht nur den enormen Fleiß dieses Schriftstellers aufzeigt, sondern auch seine Vielseitigkeit.
    Nach dem Einblick hinter Ihre Kulissen muß wohl auch Ihr persönlicher Fleiß bei der Zusammenstellung dieses Riesenwerks lobend erwähnt werden.
    Keine Bahnfahrt oder Wartezeiten jeder Art mehr ohne meinen e-book-reader und Stefan Zweig. Mit diesen 5.540 Seiten bin ich vorerst gut versorgt und wunschlos glücklich.
    In diesem Sinne grüßt Sie herzlich Helga Braun

  11. Ostsee-Peter
    | Antworten

    Moin Moin Herr Schulze,

    DANKE erst einmal für die ausführlichen Infos zum Thema: Was macht so ein eBook Autor eigentlich den ganzen Tag. Sehr viel, wie wir lesen konnten.

    Nach meiner Pensionierung komme ich nun auch endlich dazu, mal wieder ein paar alte „Schmöker“ und Klassiker aus meiner Jugendzeit zu lesen. Bislang war es immer so, je nach Exemplar schwer vom Gewicht oder schwer von der Beschaffbarkeit. Und im Gegensatz zu den aktuellen eBooks sind diese Klassiker ja wirklich preisgünstig. Aber erst durch den Blick hinter die Kulissen weiß ich nun auch zu schätzen, was bei einem Roman für 99 Cent alles notwendig ist, bis er auf dem Lesegerät erscheint.

    Und es lohnt sich auch im Zeitalter der bunten Multimediagesellschaft, der sozialen Netzwerke, der Tablets und Smartphones, z.B. mal wieder einen Blick auf Jules Verne zu werfen. Vor 50 Jahren war ich als Jugendlicher völlig begeistert von der beschriebenen Technik, die ja damals unvorstellbar erschien. Heute lese ich das auf einem E-Book-Reader mit Internetanbindung, total normal, aber nun wäre es Jules Verne, der das nicht begreifen könnte, wenn er das noch erleben dürfte.

    Also nochmals vielen Dank für den kleinen Einblick hinter die Kulissen und weiterhin viel Erfolg wünscht mit frischen Grüßen von der Ostsee

    Peter Dittmer, 24235 Laboe

    • Jürgen Schulze
      | Antworten

      Guten Morgen, Herr Dittmer,
      ist es nicht schön, dass der „digitale Topf“ es ermöglicht, alle Klassiker der Literatur immer und überall zur Verfügung zu haben?
      Auch ich („obwohl“ erst 42) bevorzuge mittlerweile das Lesen mit meinem Kindle. Ich mag im Bett einfach keine dicken Bücher mehr stemmen.
      Und ja, Jules Verne ist auch einer meiner Favoriten. Er hat es wie kein anderer geschafft, das bald schon Mögliche für die Phantasie greifbar zu machen: Weltreisen, Atom-Energie, Mondlandung. Ich staune heute noch, wie er es ohne Wikipedia schaffen konnte, soviel real-wissenschaftlichen Einfallsreichtum in seine Werke zu packen.
      JS

  12. Albrecht Schneider
    | Antworten

    Wieder mal ein herzliches Dankeschön!
    Ich freue mich sehr über Ihre Arbeit, die Ergebnisse sind ausgezeichnet und lassen mich hin und wieder einen alten Schatz entdecken.

    BTW
    Wie wäre es mal mit B. Traven?
    Ist zwar noch keine 70 Jahre tot, erfüllt aber imho alles was es so braucht um gelesen zu werden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Albrecht Schneider

    • Jürgen Schulze
      | Antworten

      Guten Morgen, und danke für das Lob.
      B. Travern ist in der Tat eine (zwei, drei?) interessante Persönlichkeit, die ich bisher noch nicht auf meinem Radar hatte. Allerdings scheinen mir die Urheberrechte hier nicht geklärt zu sein. Aktuell anerkannt ist die Vermutung, es könne sich um einen gewissen Otto Feige handeln, der aber erst 1969 verstorben ist. Folglich wären seine Werke noch nicht gemeinfrei.
      JS

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