Der Jahreswechsel – jene magische Grenze zwischen „Alles wird besser“ und „Oh nein, schon wieder Montag“. Man steht da, den Kalender in der einen Hand, ein Glas Sekt in der anderen, und fragt sich, wie es Denis Scheck wohl machen würde: wahrscheinlich in einem Maßanzug, charmant lächelnd, dabei Shakespeare zitierend und beiläufig Klassiker aus dem Literaturkanon sortierend.
Aber bleiben wir bei uns Normalsterblichen. Was wäre ein Jahreswechsel ohne diese guten Vorsätze, die wir alle lieben und genauso konsequent ignorieren wie die Gebrauchsanweisung für Flachbildfernseher? Doch anstatt euch vorzunehmen, zehn Kilo abzunehmen oder endlich diesen ominösen „Sinn des Lebens“ zu finden, schlage ich vor: Lest mehr. Nein, nicht „mehr“ als Maß für Masse, sondern mehr als Maß für Genuss. Warum? Weil Bücher die einzige Möglichkeit sind, das Universum in einer Tasse Tee zu entdecken – oder in einem Glas Rotwein, je nach Temperament.
Denkt an Charles Dickens, der uns zeigt, dass selbst ein Geizhals wie Scrooge zu Weihnachten eine zweite Chance verdient. Oder an Jules Verne, dessen Figuren oft bis zur letzten Seite nicht wissen, wo sie eigentlich landen werden – eine Metapher für jeden Neujahrsvorsatz.
Der wahre Clou? Der Jahreswechsel ist nichts anderes als ein Kapitelende. Und wer Kapitelenden liebt, der weiß: Es folgt immer ein neues Kapitel, voller unvorhersehbarer Wendungen und spannender Figuren. Also, blättert um. Und falls das kommende Kapitel mit einem großen Plot-Twist startet – wunderbar! Genau dafür sind wir Leseratten doch hier.
Und was immer ihr macht, denkt daran: Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher. Prost auf ein neues Kapitel in eurem persönlichen Roman!
Mit literarischen Grüßen,
Euer Jürgen Schulze
1. Charles Dickens – „Eine Weihnachtsgeschichte“
- Perfekt, um den Geist von Weihnachten und Neuanfängen zu feiern. Scrooge lehrt uns, dass Veränderungen immer möglich sind – egal, wie spät es ist.
2. Jules Verne – „Reise um die Erde in 80 Tagen“
- Ein Abenteuerroman, der die Neugier weckt und dazu inspiriert, neue Wege zu beschreiten. Ideal für einen schwungvollen Start ins neue Jahr.
3. Stefan Zweig – „Sternstunden der Menschheit“
- Ein literarischer Blick auf historische Wendepunkte. Perfekt, um den Jahreswechsel als eigene kleine Sternstunde zu betrachten.
4. Thomas Morus – „Utopia“
- Für alle, die beim Jahreswechsel von einer besseren Welt träumen. Dieses Werk bietet Denkanstöße für visionäre Neujahrsvorsätze.
5. Robert Louis Stevenson – „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“
- Ein eindrucksvolles Werk über die zwei Seiten in jedem von uns – passend, um sich selbst kritisch, aber humorvoll am Jahresende zu reflektieren.
6. Karl May – „Von Bagdad nach Stambul“
- Abenteuer pur. Dieser Klassiker ermutigt dazu, neue Horizonte zu entdecken und Unbekanntes zu wagen – perfekt für Neujahrsvorsätze.
7. „Sagen des klassischen Altertums“ von Gustav Schwab
- Mythen und Geschichten über Helden, die Rückschläge überwinden und Großes vollbringen. Inspirierend für jeden, der das neue Jahr mit Tatendrang beginnen möchte.
8. E.T.A. Hoffmann – „Nussknacker und Mausekönig“
- Eine märchenhafte Erinnerung daran, dass selbst die kleinsten Dinge große Magie entfalten können – passend zur festlichen Stimmung.
9. „Don Quijote von der Mancha“ von Miguel de Cervantes
- Der Archetyp des Idealisten, der für seine Träume kämpft – auch gegen Windmühlen. Eine humorvolle, motivierende Begleitung ins neue Jahr.
10. „Die Brüder Karamasow“ von Fjodor Dostojewski
- Für jene, die im neuen Jahr tiefgründige Fragen nach Moral, Schuld und Vergebung angehen wollen. Anspruchsvoll, aber lohnend.

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