Die Brüder Karamasow

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Fjodor M. Dostojewskis letzter Roman übertrifft alle Vorgänger durch größere thematische Breite und tiefere psychologische Komplexität, zugleich dramatisch und philosophisch reich.


Seiten: 1.333
ISBN 978-3-954181-18-6 (Mobi), 978-3-954181-19-3 (Epub), 978-3-954181-20-9 (PDF)

Beschreibung

Vollständige Ausgabe, mit Personenverzeichnis und erklärenden Fußnoten

Fjodor Michailowitsch Dostojewskis letzter, unvollendeter Höhepunkt ist zugleich ein tiefgründiges Panorama menschlicher Leidenschaften und ein unerbittliches Denkmal für Fragen, die bis heute nicht an Aktualität verloren haben. In dieser vollständigen Ausgabe begegnen Sie einem erzählerischen Kosmos, der Krimi und psychologisches Lehrstück, Familienchronik und theologische Abhandlung in sich vereint. Die Brüder Karamasow ist ein Buch, das die Leserinnen und Leser herausfordert: Es verlangt Aufmerksamkeit, fordert moralische Urteile heraus und belohnt mit Einsichten, die lange nach dem Zuschlagen des Buches nachhallen.

Drei Söhne kehren in das zerrüttete Haus ihres Vaters zurück, jeder von ihnen ein Gefäß für andere Überzeugungen und Wunden. Die erbitterten Konflikte um Liebe, Ehre und Erbe eskalieren in einem Verbrechen, das nicht nur die Schuldfrage stellt, sondern die ganze Gesellschaft und das menschliche Gewissen ins Licht rückt. Dostojewski führt Sie in die inneren Kathedralen seiner Figuren, lässt Zweifel und Sehnsucht, Zorn und Reue ausloten, ohne einfache Antworten zu geben. Die Charaktere sind so lebendig gezeichnet, dass man ihre Entscheidungen miterlebt, ihre Qualen mitempfindet und sich immer wieder selbst hinterfragt.

Diese Ausgabe bietet zusätzlich ein Personenverzeichnis und erläuternde Fußnoten sowie einen einführenden Aufsatz zu Autor und Werk, die das Verständnis vertiefen, ohne die Spannung zu mindern. Tauchen Sie ein in einen Roman, der religiöse, philosophische und existenzielle Fragen miteinander verwebt und dabei den Atem raubt. Ob Sie Dostojewski zum ersten Mal lesen oder als Kenner zurückkehren: Die Brüder Karamasow fordert Sie heraus, mitzufühlen, nachzudenken und das Menschsein in all seinen Widersprüchen neu zu begreifen.

»Was ist da zu Ende zu sprechen, es ist ja alles sonnenklar. Die alte Geschichte, Bruder. Wenn schon in dir ein Lüstling steckt, was soll man dann von deinem Bruder Iwan sagen, den dieselbe Mutter geboren hat? Auch er ist ein Karamasow. Da liegt Euer ganzes Karamasow-Problem! Sinnlichkeit, Habgier und religiöse Verrücktheit! Dein Bruder Iwan druckt einstweilen aus Spaß mit irgendeinem törichten, unverständlichen Hintergedanken theologische Aufsätze, obwohl er Atheist ist, und er gesteht diese Gemeinheit selber ein – dein Bruder Iwan! Nebenbei versucht er seinem Bruder Mitja die Braut abspenstig zu machen, und er scheint das auch zu erreichen. Und noch etwas: Er tut es mit Mitenkas Zustimmung! Mitenka selbst tritt ihm die Braut ab, um möglichst bald von ihr loszukommen und zu Gruschenka zu gehen. Und das trotz seiner selbstlosen, edlen Gesinnung, wohlgemerkt! Da sieht man es, gerade solche Leute sind die schlimmsten! Mag der Teufel klug werden aus solchem Benehmen! Er erkennt die Gemeinheit seines Benehmens, und trotzdem benimmt er sich so, nun erst recht! Höre weiter! Diesem Mitenka kommt jetzt der Alte in die Quere, der Vater, der plötzlich vor Begierde nach Gruschenka den Verstand verloren hat. Der Speichel läuft ihm aus dem Mund, sobald er sie ansieht. Nur ihretwegen hat er eben in der Zelle einen solchen Skandal gemacht, weil Miussow sie liederlich zu nennen wagte. Er ist schlimmer verliebt als ein Kater. Früher half sie ihm gegen Bezahlung bei allerlei lichtscheuen Geschäftchen, die seine Schenken betrafen. Jetzt ist ihm plötzlich eingefallen, sie näher anzusehen – schon ist er wie toll nach ihr und bedrängt sie mit Anträgen, selbstverständlich mit unanständigen. Auf diesem Weg werden sie wohl zusammenstoßen, der Papa und sein Sohn. Und Gruschenka schenkt ihre Gunst weder diesem noch jenem; vorläufig hält sie beide zum Narren: Sie überlegt, welcher besser ist. Aus dem Papa läßt sich zwar viel Geld herauspressen, dafür heiratet er sie nicht und macht vielleicht zu guter Letzt vor lauter Geiz sein Portemonnaie zu. In so einem Fall hat auch Mitenka seinen Wert: Geld hat er zwar nicht, aber er ist imstande, sie zu heiraten. Er ist imstande, seine reiche, adlige Braut Katerina Iwanowna, eine unvergleichliche Schönheit, eine Oberstentochter, aufzugeben und Gruschenka zu heiraten, die frühere Mätresse des liederlichen, ungebildeten alten Krämers Samsonow. Alles das kann zu einem Zusammenstoß führen, ja, zu einem Verbrechen. Und darauf wartet dein Bruder Iwan, denn erst dann hat er gewonnenes Spiel: Er bekommt Katerina Iwanowna, nach der er sich verzehrt, und er schluckt ihre sechzigtausend Rubel Mitgift – für einen armen Teufel wie ihn ein verlockender Anfang. Hinzu kommt, daß er Mitja nicht einmal kränkt, er verpflichtet ihn sich sogar zu lebenslänglichem Dank! Weiß ich doch zuverlässig, daß Mitenka erst vorige Woche, als er mit Zigeunerinnen betrunken in einem Wirtshaus saß, laut hinausgeschrien hat, er sei seiner Braut Katenka nicht würdig, sein Bruder Iwan dagegen, der sei ihrer würdig. Und Katerina Iwanowna wird selbstverständlich einen so entzückenden Menschen wie Iwan Fjodorowitsch nicht abweisen, sie schwankt jetzt schon zwischen beiden… Wodurch euch dieser Iwan nur so bezaubert, daß ihr in Ehrfurcht vor ihm vergeht! Er selber lacht euch einfach aus! Er sagt sich: Ich sitze in den Himbeeren und schmause nach Herzenslust auf eure Kosten.«

ISBN 978-3-954181-18-6 (Mobi), 978-3-954181-19-3 (Epub), 978-3-954181-20-9 (PDF)


Verlag: Null Papier Verlag
Erstveröffentlichung:
Ausgabe: 1. Auflage
Format: E-Book

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Format

Epub, Pdf

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