Sturm und Drang in der Literatur: Deutsche Literatur zwischen den Weltkriegen

Die Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg war für die deutsche Literatur eine Phase der Turbulenzen, Transformation und Innovation. Diese Periode spiegelte die sozialen, politischen und kulturellen Umwälzungen wider, die Deutschland und die Welt in dieser Zeit erlebten. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die deutsche Literatur zwischen den Weltkriegen und ihre bedeutsamen Entwicklungen.

Expressionismus – Die Suche nach Ausdruck

Der Expressionismus war eine der bedeutendsten literarischen Bewegungen in Deutschland zwischen den Weltkriegen. Diese Strömung betonte die individuelle Erfahrung und den emotionalen Ausdruck. Expressionistische Schriftsteller wie Georg Heym und Gottfried Benn brachen mit den herkömmlichen literarischen Konventionen und drückten die Verzweiflung und die Unsicherheit der Zeit aus.

Neue Sachlichkeit – Sachlich und Engagiert

Inmitten der sozialen und wirtschaftlichen Unsicherheiten zwischen den Kriegen entstand die Bewegung der „Neuen Sachlichkeit“. Schriftsteller wie Erich Kästner und Kurt Tucholsky präsentierten eine nüchterne, realistische Darstellung des Lebens in dieser Zeit. Sie engagierten sich politisch und kritisierten die gesellschaftlichen Missstände.

Exilliteratur – Flucht vor der Bedrohung

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde die deutsche Literaturszene stark beeinträchtigt. Viele Schriftsteller, darunter Thomas Mann und Bertolt Brecht, flohen vor der Bedrohung durch das Regime und schrieben im Exil. Diese Exilliteratur trug dazu bei, das Bild Deutschlands im Ausland zu prägen und den Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime zu stärken.

Innere Emigration – Flüstern im Untergrund

Einige Schriftsteller, die nicht im Exil waren, praktizierten eine Form der „inneren Emigration“. Sie verfassten Werke, die auf den ersten Blick unpolitisch erschienen, aber oft versteckte Kritik am Regime enthielten. Schriftsteller wie Ernst Jünger und Hermann Hesse gehörten zu den Vertretern dieser stillen Opposition.

Literatur in der DDR und BRD – Teilung der Stimmen

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland geteilt, und dies spiegelte sich auch in der Literatur wider. In der DDR wurde die Literatur stark politisiert und von sozialistischen Idealen geprägt, während in der BRD eine breitere Palette literarischer Ausdrucksformen existierte. Autoren wie Günter Grass und Heinrich Böll in der BRD und Christa Wolf in der DDR prägten diese literarischen Landschaften.

Die Zeit zwischen den Weltkriegen war eine Periode der Unsicherheit, der politischen Extreme und des kulturellen Wandels. Die deutsche Literatur spiegelte diese Entwicklungen wider und trug dazu bei, die Geschichte und die Erfahrungen dieser Ära festzuhalten. In den Werken dieser Zeit finden sich Zeugnisse von Verzweiflung, aber auch von Hoffnung und Widerstand, die bis heute von historischer und literarischer Bedeutung sind. Die deutsche Literatur zwischen den Weltkriegen ist eine faszinierende Reise durch eine Zeit des Wandels und der Widersprüche.

Schloss Gripsholm

Tucholskys heitere Liebesgeschichte um einen Mann und zwei Frauen im Urlaub stellte einen kultivierten, sympathischen Gegenentwurf zum damaligen deutsch-nationalen Spießertum dar – so konnte Deutschland also auch sein.

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Kurt Tucholsky – Gesammelte Werke – Prosa, Reportagen, Gedichte: Schloß Gripsholm, Das Lottchen, Rheinsberg, Was darf Satire?, Einer pfeift sich einen

Kurt Tucholsky war der wichtigste Chronist der jüngeren deutschen und europäischen Geschichte. Sein Werk ist essentiell für das Verstehen zweier Weltkriege.

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