Soll und Haben

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Eine lebhafte Schilderung des Bürgerlichen Realismus


Seiten: 1.079
ISBN 978-3-954181-36-0 (Mobi), 978-3-954181-37-7 (Epub), 978-3-954181-38-4 (PDF)

Beschreibung

Als lebhafte Schilderung des Bürgerlichen Realismus wurde dieser sechsbändige Roman zu einem der meistgelesenen Werke des 19. Jahrhundert.

Lange Zeit als antisemitische Literatur abgetan, weiß man heute aus der Korrespondenz Freytags um seine Bemühungen zur Aussöhnung zwischen Deutschen Juden und Nicht-Juden

Freytag trat dem 1890 gegründeten „Verein zur Abwehr des Antisemitismus“ bei und bekämpfte offen den aufkommenden Antisemitismus.

Lange saß er in der Einsamkeit; endlich kam Bewegung in das stille Bild. Auf den Balkon des Hauses trat durch die geöffnete Tür eine zierliche Frauengestalt im hellen Sommerkleide mit weiten Spitzenärmeln und einer liebenswürdigen Frisur, wie sie Anton von alten Rokokobildern her kannte; er konnte deutlich die feinen Züge ihres Gesichts erkennen und den klaren Blick des Auges, welches auf dem Rasenplatz unter ihren Füßen ruhte. Die Dame stand auf das Geländer gestützt, bewegungslos wie eine Statue, und Anton sah ehrerbietig zu ihr auf.

ISBN 978-3-954181-36-0 (Mobi), 978-3-954181-37-7 (Epub), 978-3-954181-38-4 (PDF)


Verlag: Null Papier Verlag
Erstveröffentlichung:
Ausgabe: 1. Auflage
Format: E-Book

Zusätzliche Information

Format

Epub, Kindle, PDF

1 Rezension für Soll und Haben

  1. Irmgard M.

    Ich empfehle dringend, diesen Roman zu lesen, als Beispiel der Ansichten seiner Zeit. Habe ihn in einer Sammlung „..Bücher, die man gelesen haben muss“ entdeckt (also leider nicht hier gekauft; diese Kaufquelle interessanter Ebooks fand ich erst später) und mich vorher nicht über den Inhalt informiert, war also unvorbereitet. Beim Lesen war ich geschockt von der extremen Schwarz-Weiß-Zeichnung, sowohl der angeblich verschlagenen, geldgierigen Juden auf der einen Seite als auch der vom Autor mit sämtlichen moralischen Vorzügen ausgestatteten Nicht-Juden auf der anderen Seite, allen voran der Hauptprotagonist. Auch die Polen wurden als minderwertige, moralisch verwerfliche Menschengruppe dargestellt. Das Buch erschien 1855 und soll das meistgelesene Buch des 19. Jahrhunderts gewesen sein. Wenn auch der Autor später den aufkommenden Antisemitismus offen bekämpft haben mag (erst 1890, es liegt also viel Zeit für Einsichten und Änderung der Ansichten dazwischen), so mache ich ihm doch den Vorwurf, diesem Antisemitismus massiv durch dieses Buch Vorschub geleistet zu haben. „Die Geister, die ich rief…“, mag er sich gedacht haben. Ja, er hat ja auch teils nur die Meinung seiner Zeit wiedergegeben; wie ich in vielen alten Büchern lesen kann, gab es diese Stereotypen ja auch bei anderen Autoren (man lese nur einige Märchen der Gebrüder Grimm, wie moralisch verwerflich die Juden darin fast immer beschrieben werden). Aber einem zweifellos intelligenten Autor, der so fesselnd zu schreiben verstand, werfe ich vor, diese Vorurteile und Stereotypen mit diesem „Bestseller“ seiner Zeit noch weiter zementiert zu haben, statt eine differenziertere Geschichte mit vielschichtigeren Figuren zu erzählen, um dem entgegenzuwirken. Obwohl ich abgestoßen war von der extremen Vereinfachung der Charaktere, bei der vor allem der junge Jude alle nur denkbaren negativen Eigenschaften besaß, wollte ich das Buch einerseits gleich meinem Mann zu Ende lesen, um es, wie viele Bücher, die wir gemeinsam lesen, mit ihm zu diskutieren, andererseits hatte der Autor auch eine gefällige und spannende Art zu schreiben, so dass mich das lange Buch nicht langweilte. Manchmal schlug der Autor versöhnliche Töne an, es ist also nicht ganz nur in Schwarz-Weiß-Tönen geschrieben. Das Buch blieb mir jedefalls in bleibender Erinnerung, wenn auch überwiegend als Negativbeispiel, nicht wegen des Schreibstils, sondern des Inhalts wegen.

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