Ach, das Wetter – jene unermüdliche Theatermaschine der Literatur. Ob Regen, Sturm oder Schneegestöber, es ist der wohl vielseitigste Nebencharakter in der Welt der Bücher. Während wir uns hier und jetzt vom aktuellen Schlechtwetter berieseln lassen, werfen wir einen Blick darauf, wie Wetterphänomene die Seiten großer Werke prägen – darunter einige, die in meinem Verlag ein Zuhause gefunden haben.
Charles Dickens, der Poet des Nebels, beginnt „Eine Weihnachtsgeschichte“ natürlich in einem Londoner Winter, der so kalt ist, dass man spürt, wie Scrooges hartherziges Wesen nur die äußere Manifestation seines inneren Frosts ist. Schnee, Nebel, Regen – bei Dickens wird Wetter nie beiläufig erwähnt. Es ist immer Allegorie: für Veränderung, für Läuterung, für Neuanfang. Und seien wir ehrlich: Wer will diese Geister der Weihnacht schon bei strahlendem Sonnenschein begegnen? Viel zu optimistisch!
Und dann Jules Verne: Der Vater aller Abenteuer lässt in „Reise um die Erde in 80 Tagen“ das Wetter zu einer Art kosmischen Gegenspieler werden. Ob Monsunregen, glühende Wüstenhitze oder Sturmfluten – es ist nicht nur die Zeit, die gegen Phileas Fogg arbeitet, sondern die Launen der Natur selbst. Diese Wetterkapriolen sind es, die das Abenteuer so spannend machen, dass man als Leser glatt vergisst, wie trocken das eigene Wohnzimmer bleibt.
Doch stürmisches Wetter ist nicht immer nur metaphorisch. Denken wir an die Fluten und Winde, die „Von Bagdad nach Stambul“ bei Karl May zu einer Tour de Force machen. May beweist: Wetter ist nicht nur Stimmungsmacher, sondern ein echter Handlungstreiber. Ohne diese Naturgewalten wäre die Reise der Helden nur halb so heldenhaft.
Das Wetter hat dabei immer eine Doppelrolle. Es ist Kulisse und Charakter zugleich, so wandelbar wie die Launen von Heathcliff in Emily Brontës „Sturmhöhe“.
Der Reiz des Wetters in der Literatur liegt in seiner Universalität: Jeder Leser kennt das Prasseln des Regens, den Geruch von Schnee oder die Bedrohlichkeit eines aufziehenden Sturms. Es schafft eine Brücke zwischen fiktiver Welt und Realität – eine Brücke, die ich in jedem Buch, das ich veröffentliche, gern betrete.
Und so sage ich: Lasst das schlechte Wetter kommen! Es inspiriert uns, Bücher aufzuschlagen, die uns weit wegtragen, dorthin, wo Abenteuer und Geschichten uns wärmen, während draußen der Regen ans Fenster klopft.
Herzliche Grüße,
Jürgen Schulze

Irmgard M.
Ja, Sie haben Recht: Bei diesem Wetter macht es besonders viel Freude, zu lesen. Gerade habe ich mich wieder mit Klassikern aus Ihrem Verlag eingedeckt und jetzt erstmal einen großen SUB (=Stapel ungrlesener Bücher) zum Lesen. Ich will mich bei Ihnen ausdrücklich von Herzen bedanken, dass Sie Ihre Website so funktional aufgebaut haben. Ich habe meinen Tolino noch bei Weltbild gekauft und da ist es ja durch den Konkurs nicht mehr möglich, ebooks zu kaufen. Teure ebooks kaufe ich bei unserem Buchhändler im nächsten Ort, um ihn zu unterstützen. Doch die ebooks für 0,99 lade ich mir gerne schnell herunter. Das ist bei der Alternative T**** nicht möglich; die Startseite ist so überfrachtet mit Bling-Bling, dass nicht nur mein Tolino damit überfordert ist; auch der große Laptop meines Mannes fing da an zu rödeln. Auf meine Email bekam ich nur eine lapidare Antwort; offensichtlich haben sie die Nicht-Smartphone-Kunden nicht nötig. Also recht herzlichen Dank, dass bei Ihnen ein ebook-Kauf und -Download so problemlos möglich ist! Mein Mann und ich lesen zwar auch aktuelle Romane, aber zur Zeit lesen wir uns mit Begeisterung durch die Klassiker hindurch, und da haben Sie ja, wie ich festgestellt habe, eine sehr große Auswahl. Auch unterstütze ich jetzt, wo ich hierher gefunden habe, gerne lieber einen sympathischen 1-Mann-Betrieb, als eine anonyme Kette.